© Friederich Peter Zeuner PhD –

Ständig hören und lesen wir, dass die Digitalisierung die Wirtschaft, ihre Prozesse und damit die Arbeitswelt der Zukunft – ja sogar unser ganzes Leben – verändern wird. Wie radikal ist umstritten.

Keinen Anlass für Übertreibungen, sieht die mesh® ACADEMY in München, fordert aber eine Anpassung im gesamten Bildungslebenslauf, insbesondere im tertiären und quartären Sektor (Abb.1).

Digitaler Wandel

Abb.1: Lebenslauf der Bildung

 

Ständig äußerte sich die Politik, die Industrie, Verbände, Gewerkschaften und Organisationen zur Thematik Digitalisierung. Alle sind sich darin einig, dass ein rascher Wandel stattfinden wird. Allerdings, wie entscheidend er ausfallen wird, dazu gehen die Meinungen auseinander. Die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die disruptive Entwicklung zu begleiten, werden nicht wirklich schlüssig dargelegt.

Gewerkschaftsvertreter sehen die Gefahr, dass durch die Digitalisierung sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen. Und schon wird wieder die Forderung nach einem staatlichen, bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) in den Ring geworfen.

Natürlich wird eine Digitalisierung nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeitsgestaltung in einzelnen Unternehmen oder Branchen bleiben, aber Aktionismus ist bei der digitalen Transformation fehl am Platze.

Der ungewöhnliche Aktionismus der Bundesregierung zur Regulierung der Digitalisierung kurz vor dem Ende der großen Koalition war aus Sicht der mesh® ACADEMY nicht gerechtfertigt, aber es wäre sinnvoll, wie verschiedene Organisationen heute fordern, dass in einer Neuen Legislaturperiode ein umfänglich ausgestatteter Digitalminister ernannt wird, der nicht nur koordinativ tätig sein soll, sondern den Fachministerien durch seine Expertise hilft, Impulse in der Wirtschaft zu setzen und Gesetze zu schaffen, die mit der digitalen Realität wirtschafts- und freiheitsfreundlich Schritt halten können.

Wenn man sich die aktuellen Zahlen für den deutschen Arbeitsmarkt ansieht, kann derzeit tatsächlich (noch) kaum von einer digitalen Distribution die Rede sein. Die Erwerbslosenquote in Deutschland ist weiter auf einem Tiefstand und das “Home Office“ im Sinne der Arbeitswelten 4.0, ist trotz Breitband Internet in Deutschland noch längst nicht zur Norm geworden – es gibt eher Tendenzen, wieder in die andere Richtung zu gehen.

So lag die Erwerbslosenquote 2014 (Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2016) der Männer mit geringer Qualifikation (Real- oder Hauptschulabschluss bzw. Anlernausbildung oder berufliches Praktikum) bei 13,4 %. Unter den Hochqualifizierten (Meister, Techniker, Hochschulabsolventen und ähnliche Abschlüsse) betrug sie hingegen nur 2,3%. Bei den Frauen lag die Erwerbslosenquote der Geringqualifizierten bei 9,9%, unter den Hochqualifizierten dagegen nur bei 2,8%.

Anzeichen für eine steigende Tendenz der technologisch bedingten Arbeitslosigkeit gibt es aktuell nicht. Aber neben den ganz wichtigen Fragestellungen der physischen Arbeitsorganisation und Raumgestaltung, wie auch kulturelle Aspekte und Change Management, müssen die Grundzüge des digitalen Denkens vermittelt werden.

Lt. einer Studie der Beratungsgesellschaft EY aus dem Jahre 2016 geht fast jeder zweite Arbeitnehmer davon aus, dass ihm die digitalen Arbeitsprozesse im jetzigen Beruf zusätzliche Chancen eröffnen werden. Zwei Drittel der Befragten geht ziemlich sicher davon aus, dass die Digitalisierung die Unterschiedlichkeit der Arbeitsinhalte erhöhen wird. Flexiblere Arbeitszeiten scheinen für rund 60 Prozent sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den Branchen groß. Während mehr als 70 Prozent der Beschäftigten der Autobranche auf besseres Zeitmanagement durch Digitalisierung setzen, sind es in Logistik und Maschinenbau je 57 Prozent.

Für den Großteil der Befragten der Studie gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Grund zur Panik. Fast drei Viertel (71 Prozent) sagen, dass die Digitalisierung für sie kein Grund ist, den jetzigen Arbeitgeber zu wechseln, aber sie sehen für die Zukunft die Notwendigkeit durch die richtige Weiterbildung sich auf die Geschäftsfelder vorzubereiten, für die sie verantwortlich sind.

Wenig überraschend stehen jüngere Arbeitnehmer der Digitalisierung positiver gegenüber als ältere. Während zwei Drittel der Unter-Dreißigjährigen finden, dass ihr Arbeitsplatz durch Digitalisierung attraktiver geworden ist, teilt nur etwas mehr als jeder Dritte über fünfzig diese Einschätzung. Führungskräfte stehen dem Thema zudem deutlich aufgeschlossener gegenüber als Fachkräfte.

Es ist richtig, dass umfassende Digitalisierung und weltweite Vernetzung von Information, extreme Miniaturisierung sowie zunehmende Leistungsfähigkeit und Erschwinglichkeit von Mikroprozessoren unsere berufliche und private Erfahrungswelt in den letzten Jahren nachhaltig verändert haben. Effizientes Arbeiten und verantwortungsvoller Umgang mit Informatiksystemen gehören daher zu den Schlüsselkompetenzen unserer Zeit. Dies setzt jedoch grundlegende Kenntnisse über den Aufbau, die Funktionsweise und das Zusammenspiel solcher Systeme voraus.

Was kann ein Mensch eigentlich tun, um neuartige Probleme zu lösen? Und wie kann man Menschen ausbilden, die mit schnellen Veränderungen zurechtkommen, die Expertise haben, aber auch die Fähigkeit, altes Wissen zu revidieren und aufzugeben? Pädagogikprofessor Dr. Rolf Arnold von der TU Kaiserslautern antwortet in einem Interview: „Es geht darum, zu überlegen, unter welchen Bedingungen Menschen nachhaltig lernen. Und dafür muss man Räume und Situationen schaffen, in denen Lernende Selbstwirksamkeit erleben können – was nicht bedeutet, dass die Gesellschaft keine Kriterien vorgibt“.

Die Bildungspolitik hier im Lande muss deshalb jetzt stärker gefordert werden.

Da in Zeiten technologischer Umwälzung vor allem allgemeines Wissen von Vorteil sein wird, spricht sich die mesh® ACADEMY für eine stärkere Förderung eines kombinierten beruflichen und gymnasialen Abschlusses, aus.

 

Im Besonderen besteht Nachholbedarf bei den Schuleinrichtungen bei der Vermittlung von Informationskenntnissen. Es reicht nicht, PCs und Laptops bereitzustellen und damit zu arbeiten. Die Methoden der Lehre sollten grundsätzlich an den Prinzipien der neuen digitalisierten Welt (agil, fail fast, fehlertolerant, …) ausgerichtet werden.

Der Informationsunterricht sollte frühzeitig einsetzen, damit den Schülern und Schülerinnen die Grundzüge des digitalen Denkens frühzeitig vermittelt werden, denn die rasante Entwicklung der Informationstechnik hat in den letzten Jahren bereits dramatische gesellschaftliche Veränderungen ausgelöst. Die Schulen müssen auf diese Umwälzungen endlich reagieren, wenn sie auch in Zukunft ihre zentrale Aufgabe, die Vermittlung von allgemeiner und berufsvorbereitender Bildung, erfüllen wollen. Nur so werden unsere Kinder in Zukunft die enorme Leistungsfähigkeit von IT-Systemen wirklich kompetent nutzen und sich in unserer hoch komplexen und für viele auch schon komplizierten Welt zurechtfinden können.

Die problemorientierte Arbeit an einem Rechner oder Tablet, an Medien mit Audio und Graphic-UX oder Smartphone erzwingt geradezu moderne Ansätze wie Teamorientierung, Gruppenunterricht, Schülerzentrierung, Handlungsorientierung, Projektarbeit und Produktausrichtung. So wird neben der unverzichtbaren Fachkompetenz ein hohes Maß an Methoden- und Sozialkompetenz erworben. Fachkonzepte sind von Bedeutung bei der Beschreibung und Beherrschung von komplexen Systemen aller Art.

Intelligente Maschinen werden den Menschen im großen Stil nicht ersetzen. Es wäre ein falscher Ansatz für digitale Geschäftsmodelle Beschränkungen vorzunehmen. Der Weg zur erfolgreichen Digitalisierung führt über eine klare Fokussierung auf das Nützliche, nicht auf das Mögliche.

Wer hierauf schnell eine Antwort findet und seine Projekte und Lösungen passend dazu auswählt, wird von der Digitalisierungswelle nach oben getragen werden und wird sie als Erfolgswelle wahrnehmen.

 

Friederich Peter Zeuner

Im Oktober 2017

© Friederich Peter Zeuner PhD –

Der missverständliche Gebrauch des Begriffs “Zertifikat”führt im Bereich der beruflichen Weiterbildung oft zu Verwirrung.

Die folgenden Ausführungen soll eine Basis für das Verständnis der Rechtslage bieten.

Ein Zertifikat ist die Bestätigung, dass die Anforderungen der jeweiligen Zertifizierungsgrundlage erfüllt werden.

Hierzu gehören Standards sowohl für Produkte als auch für Dienstleistungen und nach der ISO/EC 17024:2003 inzwischen sogar für Personen. Die Grundlagen hierfür sind entweder gesetzlicher Natur (wie z.B. in der Rechtsverordnung für die Mediatoren Ausbildung) oder privatrechtliche freiwillige Standards, wie zum Beispiel die erarbeiteten Normen vom Deutsche Institut für Normung (DIN) in Berlin.

Der umgangssprachliche Ausdruck “Ausbildung” entspricht dabei dem Selbstverständnis der Studierenden und Besucher von Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahmen, die sich beruflich neu orientieren oder breiter aufstellen möchten. Es handelt sich konkret um berufliche Weiterbildung bzw. Fortbildung, die auf einer bereits abgeschlossenen Ausbildung aufbaut.

Ihre Ziele sind, nach § 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG):

Die Erhaltung und Erweiterung der beruflichen Kenntnisse, um u.a. die Qualifikation der technischen Entwicklung anzupassen oder einen beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Auch das Sozialgesetzbuch III (SGB III, vierter Abschnitt) kennt den Begriff der “beruflichen Weiterbildung”. Bei der beruflichen Fort- als auch bei der Weiterbildung besteht dabei ein Berufsbildungs-, jedoch kein Berufsausbildungsverhältnis.

“In Deutschland, existiert bspw. bei einer Qualifikation zum Coach oder Consultant, keine Ausbildungsordnung, die einen rechtlichen Rahmen für die Bedingungen oder Inhalte der Qualifikation zum zertifizierten Coach bieten könnte.

Dies wird auch darin deutlich, dass die Bezeichnungen Coach oder Consultant in Deutschland keine wettbewerbsrechtlich geschützten Berufsbezeichnungen sind. Eine Auflistung der sogar strafrechtlich geschützten Bezeichnungen findet man im § 132 a des Strafgesetzbuchs (StGB).”

Eine Ausbildung im rechtlichen Sinne einer Berufsausbildung zum “zertifizierten” Coach oder Consultant kann also in Deutschland nicht angeboten werden. In diesem Bereich besteht lediglich die Möglichkeit sich bspw. als Coach von einem Berufsverband, als übergeordnete, allerdings nicht öffentlich-rechtliche, Instanz, – nach deren Kriterien – zertifizieren und sich so seine Qualifikation bescheinigen zu lassen. Die Kriterien dieser Zertifizierungen variieren allerdings von Verband zu Verband und sind meist mit Kosten verbunden.

Anders verhält es sich bei dem Berufsbild des zertifizierten Mediators. Eine Ausbildung mit dem Ziel, die Zertifizierung als Mediator zu erreichen, ist im Mediationsgesetz in Verbindung mit der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung – ZMediatAusbV) geregelt. Bei Vorliegen der staatlich normierten Voraussetzungen nach der Rechtsverordnung, darf die Bezeichnung “zertifizierter Mediator” ab 01.09.2017 geführt werden.

Supervision versteht sich als eine arbeits- und berufsbezogene Beratungsform, die zur Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit eingesetzt wird. Die Erweiterung von Kompetenzen der teilnehmenden Person, des sogenannten Supervisanden, und ihrer Unterstützung bei der Gestaltung ihres beruflichen Alltages und Entwicklungsweges sind ebenso Ziele wie auch ein vertieftes Verstehen des beruflichen Handelns. Damit betrachtet Supervision die Schnittstelle der drei Bereiche Individuum, (Dozenten), Arbeit als berufliche Tätigkeit (Dozententätigkeit) und Organisationen (mesh® ACADMY) mit ihren strukturellen Gegebenheiten.

Mit dem Beratungsformat „Supervision“, unterstützt die mesh®ACADEMY die Qualität und Effizienz, des beruflichen Handelns (besonders auf funktionierende Kommunikation und Kooperation zwischen den Lehrbeauftragten / Dozenten und Studierenden) ihrer Dozenten.

Zu dem Zweck der Supervision kamen am 07.07.2017 die Dozentinnen und Dozenten der mesh®ACADEMY in München zusammen. Gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern Herr Dr. Friedrich Peter Zeuner und Frau Sarah Faber wurden in zwei Workshops Methoden zur Optimierung der Kundenbetreuung, bzw. zur didaktischen Neuausrichtung der Präsenztage erarbeitet.

In Einzelgesprächen mit dem eingesetzten Supervisor reflektierten die Dozentinnen und Dozenten ihre bisherigen Erfahrungen aus den referierten Modulen und Präsenztagen. Diese Einzelgespräche wurden von den Dozentinnen und Dozenten als große Bereicherung und Qualitätserweiterung für die weiteren Aufgaben im Rahmen der Studiengänge der mesh®ACADEMY bewertet.

Mit den erfolgreichen Workshops und Einzelgesprächen, sowie einem breiten Rahmenprogramm, beginnend mit einem Weißwurstfrühstück, war dieser Supervisionstag erneut ein voller Erfolg und trägt maßgeblich zur weiteren Optimierung der Kommunikation und Lehre innerhalb der mesh®ACADEMY und der angebotenen Studiengänge bei. Damit verfolgt die mesh®ACADEMY weiter konsequent ihren Weg hin zu mehr Kundenorientierung und hochqualitativen Studiengängen.Supervisoren

 

Supervisor am 07.07.2017: Herr Franz Völker – 

Coach, Mediator und Supervisor

mesh Academy Dozent